Mittwoch, 8. Oktober 2014
Guter Tag
Ich bin so stolz! Nach den vielen Monaten Hoffnungslosigkeit und Rückschlägen, habe ich nun endlich das Gefühl, dass es bergauf geht.
Ich habe heute meinen Sohn alleine (sogar ohne Begleitung am Telefon) zur Vorschule gebracht und bin danach zur Arbeit weitergefahren. Gegen 11 Uhr bin ich von dort zum Mittagessen mit meiner Selbsthilfegruppe gefahren. Nach dem Essen sind wir dann weiter zu unserem Treffen, das bis 16 Uhr gedauert hat. Anschließend habe ich dann wieder meinen Sohn abholen gegangen.
Ein tolles Gefühl einen gewöhnlichen Alltag zu bewältigen. Vor ein paar Wochen, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich so einen Tag schon sobald, bzw. überhaupt, wieder managen könnte.
Ich habe probiert mich körperlich zu entspannen und ruhig und tief zu atmen. Es war teilweise etwas anstrengend, aber ich habe alles geschafft. Ich bin so stolz auf mich und freue mich auf meinen Tag morgen alleine zu Hause, der letzte Woche nur purer Stress gewesen ist. Jetzt freue ich mich darauf, dass ich tun uns lassen kann, was ich will. Ich kann Serien schauen, Schokolade essen oder einfach arbeiten. Ausschließlich ich bestimme!
Der Tag heute hat mir gezeigt, dass ich sogar selber bestimmen kann, dass ich ruhig bleibe. I have the power!

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Sonntag, 22. Juni 2014
Ein Schritt nach vorne, zwei zurück
Irgendwas ist falsch gelaufen diese Woche. Oder vielleicht habe ich einfach nur Angst vor meiner eigenen Courage bekommen.
Dienstag habe ich das Größte seit langem gemacht: Ich bin mit meinem 2-jährigen im Schlepptau nach Eriksberg zum Sommerfest meiner Forschungsgruppe gefahren. Das hat mich große Überwindung gekostet, aber mit einer halben Tablette Beruhigungsmittel und meinem Schatz am Telefon, bin ich nachdem ich eine Panikattacke durchlebt hatte, wohlgelaunt dort angekommen.
Auch einen Tag später, habe ich nochmal extra Durchhaltevermögen bewiesen. Nachdem ich meinen Sohn vom Kindergarten abgeholt hatte, fühlte ich mich auf der Rückfahrt nach Hause unsicher und nervös. Die Angst vor einer Panikattacke stieg in mir auf. Ich wollte meinen Schatz anrufen, damit er mich am Telefon beruhigt. Aber im Radio lief gerade eine Sendung, die ich hören wollte. Obwohl ich mich nicht auf die Sendung konzentrieren konnte, dachte ich noch ein paar Sekunden länger zu warten um zum Telefon zu greifen. "Nur noch ein bisschen länger!" Und ehe ich es mir versah, war ich über dem Berg der Angst. Mein Herz klopfte fröhlich und die Angst nahm verschwand. Wie bei meinen Exponierungsübungen mit der Psychologin.
Nach soviel Erfolg könnte es ja nur noch bergauf gehen, dachte ich. Aber ich fing an an mir und meinem Vermögen zu zweifeln. Ich fühlte mich als Versager, da ich eine Deadline bei der Arbeit nicht eingehalten habe. Ich setze mich unter Druck ein unvergessliches langes Wochenende zu gestalten. Und ich hatte schlicht und einfach Angst, dass sich der schlimme Sommer vom letzten Jahr wiederholt, der mich in den Burnout trieb.

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