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Freitag, 29. August 2014
Ich steh mir selbst im Weg
Mein größter Widersacher bin ich. (Mehr Widersacher habe ich auch meines Wissens nicht.) Ich kämpfe mit großem Erfolg gegen mich selbst. Ich bin willensstark, unglücklicherweise nur am falschen Ende.
Vermeintlich handle ich konstruktiv, will gut auf mich aufpassen, Gefahren vorbeugen und mich selber schützen. Nur leider wirkt sich dieses Verhalten langfristig destruktiv auf mein Wohlbefinden aus. Denn nach jahrzehntelangem Lieber-auf-Nummer-Sicher-gehen, habe ich nun das Gefühl mich konstant schützen zu müssen. Vor was? Vor einem defusen Gefühl, dass ich etwas Bösem ausgesetzt bin! Ich suche ständig nach vermeintlichen Schutz.
Wenn ich mich wohlfühle, umgibt mich das Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Sobald etwas unerwartetes passiert, kann ich an dem wohligen Gefühl nicht mehr festhalten. Es ist wie abgewaschen und scheint unmöglich in dieser neuen Situation wieder herbeizuführen. Es scheint auswegslos. Verzweifelt probiere ich mich krampfhaft an andere Objekte zu klammern, die ich mit positiven Gefühlen verbinde. Beruhigt sich mein Geisteszustand, wenn ich mich auf diese Objekte konzentriere, werte ich, dass mich allein dieses Objekt vor Schlimmeren bewahrt hat und ich habe ein neues Sicherheitsverhalten geschaffen auf das ich mich in Zukunft stütze. Wenn beim nächsten Mal dieses Sicherheitsverhalten nicht hilft die Angst zu bändigen, wird es nicht verworfen, sondern nur mit neuen Sicherheitsverhalten aufgestockt. Ich werde immer unflexibler, da ja alles stimmen muss, bevor ich mich einer vermeintlichen Gefahr aussetze. Und selbst wenn an alles gedacht, alles perfekt vorbereitet ist, bricht alles zusammen, wenn der kleinste Zweifel auftaucht. Das in mich Hineinhören und das leichteste Gespür von Kribbeln im Bauch bringt mich dazu auf mein altes Verhalten zurück zu fallen und lieber wieder auf Nummer Sicher gehen.
Dieses entfernt erinnerde Gefühl von Unsicherheit lässt mein schönes Kartenhaus, dass ich so voraussichtlich aufgebaut habe, mit einmal anhauchen zusammen stürzen. Auch wenn es nicht zusammenfällt, sieht es mit diesem Gefühl im Hinterkopf ziemlich mickrig und unstabil aus. Da sagt man zu sich selbst: "Ich bin ich sicher, dass das gut geht. Ich gehe lieber kein Risiko ein."
Wie kann ich das ändern? Vielleicht hilft mir Mindfulness um mich mit mir selber sicherer zu fühlen. Ich muss lernen zu akzeptieren, dass ich manchmal nervös bin und dies nicht als etwas negatives zu deuten habe. Ich habe große Schwierigkeiten mich von meinem Gefühlen zu distanzieren und sie als das zu betrachten, was sie sind: Nur Gefühle, nicht Realität.

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